Moore’s Law — Hat das Leitbild des Computerzeitalters nach 50 Jahren ausgedient?

Fast jeder trägt heute einen Computer in der Tsche, der leistungsfähiger und schneller ist als jener, mit dem die NASA 1969 auf dem Mond gelandet ist. Das ist Moore’s Law in Aktion: Bei gleichbleibenden Kosten verdoppelt sich die Leistung eines Computerchips etwa alle eineinhalb Jahre. Diese Beobachtung von Intel Mitgründer Gordon E. Moore wurde zum Leitbild der Digitalisierung. Moore’s Law ist kein Gesetz, sondern eine Metapher für den exponentiellen Wachstumswunsch unserer Zeit.

intel prozessor moores lawFoto: Dominik Schönleben

Chiphersteller nahmen Moore’s Law jahrzehntelang als Modell, um ihre Entwicklungszyklen vorherzusehen. Jetzt 50 Jahre nach der seiner Formulierung 1965 hat das GEsetzt ausgedient, wir sind am Ende des Moore-Zeitalters angekommen. Das Wachstum hat Grenzen. 2020 prophezeite Intel, sei das Ende des exponentiellen Wachstums gekommen — und Moore stimmt zu. Das physikalische Limit scheint nahezu erreicht: Silizium-Transistoren können kaum noch kleiner werden. Bisher war ihre Dichte auf den Chips die Einheit, an der Hersteller den Geschwindigkeitszuwachs maßen. Das wird sich jetzt ändern müssen.

Eine Hoffnung für den nächsten gigantischen Schritt haben sie dennoch immer vor Augen: den Quantencomputer. Der scheint wie ein Traum, wie die kalte Fusion der Computer-Technologie, wie die Mondlandung 1950. Nahezu unmöglich.

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Andy Grove, Robert Noyce and Gordon Moore im Jahr 1978.

 Foto: Intel Free Press via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

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Dominik Schönleben

Dominik Schönleben

Nerd-in-Chief / Weird Science Afficionado / Darknet Lurker / Analog Gaming Fanatic / Nerd Influencer / Junior Editor bei WIRED GermanyFolge Dominik auf Twitter unter @nerdmeetsyou

(Foto: Moritz Schmid Photography)

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